Herr und Frau Lustig leben schon seit über 25 Jahren zusammen. Sie haben viele Höhen und viele Tiefen gemeinsam durchgestanden und dabei nie die Liebe zueinander vergessen und gelebt.
Nur eines ist ihnen in den 25 Jahren nicht gelungen: Ihre Urlaube für beide passend zu gestalten. Einmal ging die Reise nach den Wünschen von Herrn Lustig, das nächstemal umgekehrt. Der üble Haken dabei ist, dass ein Teil nicht das bekommt was er oder sie wirklich will.
Frau Lustig ist eine begeisterte Bergsteigerin, sie kann stundenlang allein oder auch mit Freunden in den Bergen wandern und klettern. Sie ist dabei so in ihrem Element, dass sie rundherum alles vergessen kann. Aus diesen Wandertouren holt sie sich ihre Kraft und Ausgeglichenheit für ihr Alltagsleben.
Herr Lustig dagegen ist da ganz anders. Sein Element ist das Wasser. Schon als Junge hat er sich im Wasser wohl gefühlt. In dem Dorf wo er aufgewachsen ist, veranstaltete der örtliche Sportverein immer wieder Schwimmtourniere, die er mit voller Begeisterung mitmachte. Später beteiligte er sich an Surfturnieren und heute hat er sich dem ruhigeren Kanu Sport zugewendet.
Jedes Jahr, wenn es um die Urlaubsplanung geht haben die beiden dieselbe Diskussion. Er möchte ans – jetzt - stille Wasser – sie möchte in die Berge. Und jedes Jahr versuchen sie eine gemeinsame Lösung zu finden, denn beiden ist es wichtig den Urlaub gemeinsam zu verbringen und beide sollen Spaß, Genuss und Erholung spüren.
Ein offensichtlich aussichtsloses Unterfangen und endete immer mit einem Kompromiss, der einen der beiden nicht so ganz glücklich machte.
„Immer diese Kompromisse!“ schimpft Frau Lustig „immer bekommt nur einer was ihm gut tut und was er will. Das ist wirklich lästig. Es zipft mich einfach an. Du willst ans Wasser, ich möchte in die Berge. Warum schaffen wir beide das nicht? Ich weiß nicht, wer den Kompromiss erfunden hat, der hat uns keinen guten Dienst damit erwiesen. Hätte ich was zu sagen, würde ich ihn sofort abschaffen.“ Beendet Frau Lustig ihre Nörglerrunde.
Während sich Frau Lustig noch weiter in ihrem Ärger badet, sitzt ihr Mann ruhig im Sofa und hört ihr zu - könnte man meinen. Ein unsichtbarer Beobachter würde sofort erkennen, dass Herr Lustig auf „Durchzug“ geschaltet hat. Nichts desto trotz, hat er sich auch Gedanken über diese alljährlichen Urlaubsdiskussionen gemacht, die auch für ihn nicht das Gelbe vom Ei sind und auch er sich eine Veränderung herbeiwünscht. In den ersten Jahren war die Bereitschaft zum Kompromiss auch noch gegeben bzw. er hatte gedacht, das gehört so, denn jeder macht es so. Nur mit den Jahren hat er für sich festgestellt, dass er nicht „jeder“ ist und es passt einfach nicht mehr.
Als dumpfes Geräusch im Hintergrund hört er noch immer seine Frau memeln. „Und warum suchen wir uns nicht einen Berg am Wasser oder ein Wasser im Berg? Wie aus dem Nichts kam dieser Satz. Er hat ihn jedenfalls nicht vorher gedacht und ausgesprochen. Nein, die Idee war plötzlich da und bevor er noch extra drüber nachdenken konnte, war sie auch schon ausgesprochen.
In der nächsten Sekunde war es ganz ruhig – Frau Lustig hört spontan auf zu memeln: „Was hast du gesagt?“
„Warum suchen wir uns nicht einen Berg am Wasser, da haben wir beide das was wir wollen, oder?“ wiederholt Herr Lustig spontan. „Genau!“ Frau Lustig beginnt zu Lachen, erst leise und dann immer lauter. Fällt ihm um den Hals „Genau! Warum sind wir nicht schon früher drauf gekommen. Jetzt haben wir uns all die Jahre immer abgeplagt und keiner ist auf die so einfache Idee gekommen. Schön blind, oder? Meine Freundin tät sagen: „Das sind eure blinden Flecken““
Auch Herr Lustig lacht und ruft erleichtert: „NIE WIEDER KOMPROMISSE!“
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