Mittwoch, 24. August 2011

Alltags-Geschichten

Die Glücksspirale

 „Das Mädchen in der 4 Klasse Unterstufe, hat´s nicht leicht!“ sagen die Lehrer offen im Lehrerzimmer und hinter vorgehaltener Hand, zu Bekannten des Mädchens. „Ja, das stimmt!“ ist die Meinung aller Beteiligten.

Das Mädchen spürt natürlich alle diese Meinungen, Vorurteile, Vorannahmen und ärgert sich darüber, manch mal  ist sie auch traurig. „Ja, meine Eltern sind sehr arm. Ja, ich habe einen Bruder der immer wieder stark negativ auffällt. Ja .. und Ja ….und Ja. Nur, ist das ein Grund mich „so“ zu behandeln? Nein …“  Sie fühlt sich als Mensch nicht wahrgenommen, ihr Image ist geprägt von dem ihres Bruders. Am liebsten würde sie die Schule wechseln, um dem Ganzen zu entgehen. Ihre beste Freundin hat ihr jedoch abgeraten, sie denkt, dass eine neue Schule auch nichts ändern würde, weil sie lediglich der Situation entfliehen würde. Das Mädchen weiß instinktiv, das ihre Freundin recht hat.

Maria ist ihre beste Freundin, obwohl sie um viele Jahre älter ist als sie selbst. Maria hat einen kleinen Blumenladen, den sie mit großer Liebe und Freude betreibt. Als sie in ihr Leben getreten war, war das Mädchen grade mal in der Volksschule. Ihre Mutter hatte immer wieder im Blumenladen ausgeholfen, zum Muttertag oder Valentinstag, manch mal auch wenn Hochzeitsvorbereitungen waren. Zu diesen Gelegenheiten durfte das Mädchen immer wieder mit,  dort hat sie sie lieben und schätzen gelernt. Bei Maria hatte das Mädchen  das Gefühl, dass alles richtig ist, so wie es ist. Das  es gut ist, wenn sie wütend ist, es ist gut, wenn sie traurig ist und es ist gut, wenn sie vor Glück hohe Luftsprünge macht. Mit Maria konnte sie alles besprechen und sie hat immer super Ideen und Ratschläge für sie und auch wenn Maria  mal ratlos war, dann war das auch gut.

„Ja, was soll ich den deiner Meinung nach tun?“ herrscht das Mädchen Maria verzweifelt an. „Ich will das nicht mehr! Ich will lernen, Spaß haben, Freunde finden und und und.“ Das Mädchen ist den Tränen nahe, die Stimme zittert leicht, der Ausdruck in ihrem Gesicht ist eine Mischung aus Zorn, Verzweiflung vermischt mit einer großen Portion Ratlosigkeit.
„Weißt du, wie ich mein Glück gefunden habe?“ fragt Maria „Ich habe auch viele Erfahrungen gemacht, einige davon waren sehr schmerzhaft,  andere wiederum sehr angenehm und wohltuend. Möchtest du hören, wie es dazu gekommen ist?“  „Ja.“  Es war ein Ja, dem schon ein bisschen Hoffnung eingehaucht wurde.
„Also“ beginnt Maria ihre Erzählung. Das Mädchen denkt sich: „Alle wichtigen Dinge beginnen bei Maria immer mit „Also““ sie lächelt.  „Vor Jahren habe ich in einem meiner „gscheiten“ Bücher  eine Formel für die „Glücksspirale“ gelesen. Seit ich nach dieser Formel lebe, ist in mein Leben  Zufriedenheit, Genuss, Freude, eingezogen, bis auf ein paar Ausnahmen.“ „Ja, und was heißt das jetzt für mich? Ich kann damit gar nichts anfangen“ erwidert das Mädchen herausfordernd.  „ Im Grunde ist es ganz einfach: Nehmen wir ein Beispiel aus meinem Leben, dort wo ich begonnen habe, mit dieser Formel zu arbeiten und zwar:   Bei, von mir, ungeliebten Dingen, wie Hausarbeit: Fensterputzen zum Beispiel.
Der erste Schritt: gib dem Fensterputzen einen Sinn:  ich kann wieder klar sehen, es wirkt wieder ordentlich usw.
Der zweite Schritt: Flow: ich interpretiere diesen Begriff für mich so: „In der Sache aufgehen“, wie Kleinkinder beim Spielen und es steckt auch schon das Tun, das Handeln drin.
Der dritte Schritt: die Freude, sie ist schon  die Belohnung, denn die Freude kommt fast von allein. 
Das Gefühl danach ist das Glück von innen, dass mich lachen lässt, dass mich nach vorne schauen lässt, dass mich freundlich zu meinen Umfeld sein lässt und mich einfach glücklich sein lässt.“ 
Die Formel dazu könnte so ausschauen: Sie lautete:  Sinn+Flow+Freude = Glück

Das Mädchen sitzt ganz ruhig da, hört gespannt zu, der Gesichtsausdruck entspannt sich.  Nach einer kurzen Nachdenk-Wirkungspause: „Und was heißt, das jetzt für mich? Kann ich das auch? Es klingt so leicht  und doch kann ich es mir, für mich, noch gar nicht vorstellen.“ Sagt das Mädchen mit vorsichtigem Interesse.
„Wenn du möchtest, üben wir es an einem Beispiel von dir. Wenn ich das richtig verstanden habe, möchtest du dein Image verändern. Stimmt das? Möchtest du das?“ fragt Maria freundlich.
Das Mädchen motiviert: „Ja, sehr gerne.“

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